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Schärfe

Bei der Fotografie wird ein Objekt mit Hilfe des Objektives auf die Filmebene / den Bildsensor im Inneren der Kamera projiziert. Ein optisches System - auch das Auge - kann bei diesem Vorgang aber nur Objekte in einem bestimmten Abstand scharf stellen (fokussieren). Bei jedem Objektiv kann man daher die Fokussierung von einem Mindestabstand bis zur Unendlichkeit (∞) verändern. Mit zunehmendem Abstand vor und hinter der eingestellten Entfernung werden die Objekte zunehmend unscharf abgebildet.

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Tiefenschärfe

In Abhängigkeit von der an der Kamera eingestellten Blende verändert sich die Tiefenschärfe. Bei den folgenden drei Beispielen wurden drei Blumen in kurzer, mittlerer und langer Distanz fotografiert. Für alle Aufnahmen wurde die mittlere Blume scharf gestellt. Bei der ersten Aufnahme wurde eine Blende 2 eingestellt. Hier ist die Tiefenschärfe am geringsten. Nur die mittlere Blume ist scharf abgebildet.

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Bei Blende 4 ist ebenso nur die mittlere Blume scharf abgebildet. Die beiden anderen Blumen sind unscharf - aber schon schärfer als bei Blende 2. Der Tiefenschärfe-Bereich ist größer.

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Bei Blende 8 wird der Tiefenschärfe-Bereich noch weiter vergrößert. In diesem Beispiel werden alle drei Blumen scharf abgebildet.

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Blende 1.4

Über eine Lamellenkonstruktion im Objektiv kann die Öffnung variiert werden. Der Blendenwert gibt das Verhältnis des Öffnungsdurchmessers zur Brennweite eines Objektives an. Beispiel: ein 50 mm Objektiv bei Blende 2.0 hat eine Öffnung von 25 mm im Durchmesser. Bei Blende 4.0 ist es dann nur noch der halbe Durchmesser, also 12,5 mm.

Da das einfallende Licht sich im Verhältnis der geöffneten Fläche verändert, erhält man bei Verdopplung der Blendenöffnung (Halbierung des Blendenwertes) die vierfache Lichtmenge. Die Blendenreihe an der Kamera erhöht sich mit jedem Schritt um Faktor 1,4 (Wurzel aus 2). Damit reduziert sich mit jedem Schritt die Lichtmenge um die Hälfte. Die Blendenreihe an den Objektiven startet mit der maximalen Öffnung, was auch Lichtstärke des Objektives genannt wird. Die Reihe beginn theoretisch bei 1.0 und setzt sich wie folgt fort: 1.0 - 1.4 - 2.0 - 2.8 - 4.0 - 5.6 - 8.0 - 11.0 - 16.0 - 22.0

Je niedriger der Blendenwert, um so mehr Licht fällt durch das Objektiv. Je höher der Blendenwert, um so größer ist die Tiefenschärfe.

Bei einer maximal geöffneten Blende erzielt man die geringste Tiefenschärfe. Damit kann man ein Objekt vor einem unscharfen Hintergrund freistellen. Nebenbei kann man die kürzeste Belichtungszeit erzielen.

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Blende 4.0

Bei einer mittleren Blende erzielt man einen Kompromiss aus Lichtstärke und Tiefenschärfe. Ein Objekt wird immer noch vor einem leicht unscharfen Hintergrund freigestellt. Die Belichtungszeit ist bei guten Lichtverhältnissen noch akzeptabel.

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Blende 8.0

Bei Blende 8.0 oder kleiner ist die Tiefenschärfe so groß, dass von einer mittleren Distanz bis zur Unendlichkeit alles scharf gestellt wird. Die Aufnahme von nahen Objekten erfordern eine hohe Tiefenschärfe, um beispielsweise einen Blumenstrauß vollständig scharf abzubilden.

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